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Rückkehr und Aufbruch

Deggendorf/Schönberg. Dem 16-jährigen Simon Pernpeintner aus Schönberg steht ein aufregendes Jahr bevor: Im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) wird er ein Jahr an einer High School in Pennsylvania verbringen. Die 22-jährige Tina Wolff  kann bereits über ein spannendes Jahr in den USA berichten, sie kam erst vor kurzem zurück nach Deggendorf.

„Mir war es wichtig, mit Tina und Simon an einem Tisch zu sitzen und mich über ihre Erfahrungen zu unterhalten, so konnten sich die beiden auch mal persönlich kennenlernen und austauschen“, so MdB Thomas Erndl. Seit über 30 Jahren gibt es das Parlamentarische Patenschafts-Programm. Es dient dem Austausch junger Menschen aus Deutschland und den USA. Ein Jahr lang sollen sie die Sprache und Kultur des anderen Landes kennenlernen. Dabei haben alle Teilnehmenden aus Deutschland einen Bundestagsabgeordneten und alle Teilnehmenden aus den USA einen Kongressabgeordneten als „Paten“. Simon ist Thomas Erndls erster Schützling, den er selbst ausgewählt hat. Die Patenschaft von Tina Wolff hat Erndl nach den Wahlen von seinem Vorgänger Barthl Kalb übernommen. Das PPP steht Schülerinnen und Schülern sowie jungen Berufstätigen offen. Tina, die als gelernte Fremdsprachenkorrespondentin als junge Berufstätige in die USA ging, war von August bis Dezember 2017 am Community College und lebte bei einer Familie in Georgia. „Mit der Familie hat das sehr gut funktioniert“, resümiert Tina. Danach absolvierte die 22-Jährige ein Praktikum im US-Congress und lebte bei einer Gastfamilie in Washington, D.C. Von 75 Bewerbern aus dem PPP-Programm wurden fünf als Congress-Praktikanten genommen, darunter Tina. Zurück in Georgia arbeitete Tina in einem Baumarkt. „Es war nicht einfach etwas zu finden, da die Anerkennung der deutschen Berufsabschlüsse in den USA sehr kompliziert ist. Aber der Umgang mit den Kollegen hat mir viel Spaß gemacht.“ In ihrem letzten USA-Monat ging Tina auf Reisen, um sich nochmal Land und Leute anzuschauen. „Hier heißt es oft, dass die Amerikaner so oberflächlich sind. Die Erfahrungen, die ich gemacht habe, waren aber ganz anders“, hält Tina fest. Ab dem Herbst möchte sie in Schottland Linguistik studieren.

Simon, der leidenschaftlich Geige spielt, wird ein Jahr lang eine High School für Performing Arts in Pennsylvania besuchen. Während seine Schulkameraden aus der 11. Klasse in den Sommerferien sind, startet für ihn sein USA-Abenteuer. „Ich lasse das einfach mal auf mich zukommen“, so der 16-Jährige. Beginnen wird sein Auslandsjahr in Washington mit einem Vorbereitungsseminar. Ein wichtiges Stück aus der Heimat wird er mitnehmen: seine Geige – und hofft, dass diese heil in den USA ankommt. MdB Thomas Erndl, der auch stellvertretender Vorsitzender des Unterausschusses für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik im Deutschen Bundestag ist, drückt seinem Schützling die Daumen: „Ich hoffe, dass Simon eine tolle Zeit haben wird und freue mich, dass Tina so gute Erfahrungen sammeln konnte.“ Da es sich bei dem PPP um ein Austauschprogramm handelt, werden auch immer wieder Familien gesucht, die den US-amerikanischen Teilnehmern während ihres Deutschland-Aufenthalts ein zu Hause schenken möchten.

 

Bild: Die PPP-Stipendiaten Tina Wolff (r.) und Simon Pernpeintner (l.) mit MdB Thomas Erndl (Mitte).

JS   |   03.08.2018

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