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Niederbayern darf den Ballungsräumen in nichts nachstehen

Schöllnach. In Deutschland herrschen viele Bedenken wenn es um das Thema Digitalisierung geht. Um sich diesem weitgefächerten Thema zu nähern hat der Kreisverband der JU-Deggendorf mit dem Vorsitzenden Tobias Beer zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Digitalisierung – die Chancen des ländlichen Raums“ geladen. An dieser Runde im Gasthaus Schwarzkopf in Schöllnach nahmen Gerda Hasselfeldt, die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Prof. Dr. Wolfgang Dorner, Leiter des Technologie Campus in Freyung, CSU-Bundestagskandidat Thomas Erndl, Elektroingenieur und Spezialist für Digitalisierung im Automobilsektor, sowie Paul Linsmaier, Physiker an der Uni Regensburg und Vorsitzender der JU-Niederbayern, teil. Moderiert wurde die Veranstaltung von Cornelia Wohlhüter.

Prof. Dorner stellte heraus, dass er den Bayerischen Wald und die Donau-Isar-Region ebenso auf das digitale Zeitalter vorbereitet halte, wie auch Landshut oder München. Der Elektroingenieur Thomas Erndl pflichtete bei: „Niederbayern darf den Ballungsräumen in nichts nachstehen.“ Einig war sich die Runde darin, dass die Niederbayern in Sachen Ideen, Kreativität und Unternehmergeist gleichauf mit den Großstädtern liegen. Wichtig sei, so Erndl, dass dem ländlichen Raum die nötige Technik zur Verfügung gestellt werde, ein flächendeckendes Mobilfunk- und Glasfasernetz sei die Voraussetzung für wirtschaftlich erfolgreiches Handeln in der Zukunft. Dazu gehöre auch, neue Modelle für unternehmerische Wertschöpfung in der Region zu finden. Paul Linsmaier fokussierte sich beim Glasfasernetz auf den internationalen Vergleich: Deutschland liege dabei weit hinter Ländern wie Japan oder auch Kolumbien und Chile. In Europa hätte sich beispielsweise Estland beim Ausbau der digitalen Infrastruktur eine Vorreiter-Rolle gesichert. Der Physiker nannte die Kosten des Ausbaus der Glasfasernetze als einen Problempunkt für die Kommunen des ländlichen Raumes: Auch bei der Verlegung von Kabeln über viele Kilometer, würden oft nur wenige Haushalte erreicht werden. Gerda Hasselfeldt betonte, dass der Bund und der Freistaat Bayern viel Geld in den Netzausbau des ländlichen Raumes investierten. Für Hasselfeldt spielt sich der Großteil des wirtschaftlichen Lebens im ländlichen Raum ab.

Als Herausforderung sieht der Elektroingenieur Erndl vor allem rechtliche Fragestellungen, wie das Thema Datenschutz. Auf die Frage nach seinem Standpunkt zur automatischen Gesichtserkennung erklärte er: „Der Staat darf sich nicht künstlich verdummen lassen.“ Kriminelle bedienten sich oft höchster Technik, da müsse der Staat gewappnet sein. Über eine weitere Herausforderung in rechtlichen Belangen referierte Prof. Dorner: So würde ein Teil der neuen Unternehmen zunächst in rechtlichen Grauzonen operieren. Bei der Angst vor dem Verlust von Arbeitsplätzen wiesen Erndl und Linsmaier darauf hin, dass zwar durchaus Arbeitsplätze aufgrund von Prozessen wie Automatisierung wegfallen könnten, allerdings in Deutschland oft gerne übersehen werde, welche neuen Arbeitsplätze und –möglichkeiten sich aufgrund der Digitalisierung ergeben würden.

In der Politik schlägt das Thema Digitalisierung hohe Wellen, so sieht das Regierungsprogramm der CDU/CSU die Position eines Staatsministers für Digitalpolitik künftig im Bundeskanzleramt vor. Gerda Hasselfeldt betonte aber auch, dass die digitale Welt den echten, menschlichen Kontakt nicht ersetzen könne. Dem Bundestagskandidaten Erndl gab sie, für den Fall eines Wahlerfolges, einen Ratschlag: Jeder Mensch hätte eine eigene Persönlichkeit und müsse seinen eigenen Weg finden. Erndl hätte eine solide berufliche Basis und könne auch mit seinem Wissen zum Thema Digitalisierung den Bundestag bereichern. Große Herausforderungen würden in der nächsten Legislaturperiode auf die Abgeordneten zukommen. Deutschland solle ein Hort der Stabilität und des Wohlstands bleiben.

 

Bild (Roßmeisl): Interessiert an Politik und Digitalisierung (v.l.n.r.): Paul Linsmaier, Vorsitzender der JU Niederbayern, Prof. Dr. Wolfgang Dorner, Leiter des Technologie Campus Freyung, CSU-Bundestagskandidat Thomas Erndl, Gerda Hasselfeldt, Vorsitzende CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Tobias Beer, Vorsitzender des JU-Kreisverbands Deggendorf, MdB Bartholomäus Kalb, Thomas Habereder, Vorsitzender des CSU-Ortsverbands Schöllnach, Moderatorin Cornelia Wohlhüter sowie Bezirksrätin Margret Tuchen.

Roßmeisl / Team TE   |   06.09.2017

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